In der Nachbarschaft großer Flüchtlingsunterkünfte werden seit 2017 durch das Land Berlin 20 Standorte in unterschiedlichen Stadteilen zum Vorhaben „BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ aufgebaut. Ziel des Vorhabens ist die Stärkung der Gemeinschaft in der Nachbarschaft sowie die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der sozialen und nachbarschaftlichen Infrastruktur. Zudem soll für Menschen mit Fluchterfahrung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vor Ort verbessert werden.

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Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und den zuständigen Bezirksämtern sind wir mit BENN-Teams in den beiden Gebieten Allende-Viertel (Bezirk Treptow-Köpenick, seit Juli 2017) und Zehlendorf (Bezirk Steglitz-Zehlendorf, seit Januar 2018) tätig. Mit der Umsetzung von BENN wollen wir der Bewohnerschaft vor Ort einen Zugang zu Mitbestimmung und Mitgestaltung eröffnen und über die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung informieren. Darüber hinaus soll das nachbarschaftliche Zusammenleben, die vorhandenen Initiativen sowie die Netzwerke gestärkt werden, um die Lebensqualität möglichst aller Beteiligten vor Ort zu erhöhen. Eine wichtige Zielgruppe sind hierbei die Geflüchteten im Quartier.

Wir arbeiten in einem interkulturellen Team mit vielfältigen Sprachkenntnissen sowie interkultureller Sensibilität vor Ort mit der Bewohnerschaft, den lokalen Akteuren, den Verwaltungen und der Politik zusammen. Unser Anliegen ist es, sowohl bestehende als auch neue Nachbar*innen in die Entwicklung von Aktionen und Projekten  mit einzubeziehen. Dafür organisieren wir in den beiden Gebieten die Beteiligungsprozesse und bauen Netzwerke und Kooperationen auf bzw. unterstützen bereits bestehende Netzwerke.

  • Dabei verfolgen wir die Ziele:
  • Stärkung von Nachbarschaften und Engagement (Community Building)
  • Aktivierung des ehrenamtlichen Engagements, Unterstützung vorhandener ehrenamtlicher Strukturen sowie Aufbau und Unterstützung von Netzwerken
  • Aufbau und Stärkung von Kooperationen und Vernetzung lokaler Strukturen
  • Aktivierung und Förderung der Kompetenzen von Menschen mit Fluchterfahrung durch Empowerment
  • Aufbau zweier Beteiligungsgremien:
    • Das Nachbarschaftsforum besteht aus alten und neuen Bewohner*innen sowie anderen lokalen Akteuren aus dem Quartier.
    • Der Bewohnerrat vertritt die Interessen der Bewohner*innen aus der Gemeinschaftsunterkunft und formuliert Bedarfe und Ideen für Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Verwirklichung eines eigenständigen Lebens der Menschen mit  Fluchterfahrung

BENN wird aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ und des Investitionspaketes „Soziale Integration im Quartier“ finanziert und ist zeitlich begrenzt bis Ende 2021. Danach sollen die aufgebauten Strukturen durch das Engagement der Bewohner*innen, der Verwaltung und der Politik eigenständig weiter geführt werden.