Die GESOBAU plant in Pankow den Bau neuer Wohnungen durch Nachverdichtung. Die L.I.S.T. führt in ihrem Auftrag ein Beteiligungsverfahren unter den Anwohner*innen durch.

Auf den Grundstücken der GESOBAU zwischen Kavalierstraße, Wolfshagener Straße, Am Schlosspark und der Ossietzkystraße in Berlin-Pankow sollen circa 170 neue Wohnungen durch Neubau und Nachverdichtung entstehen. Im vorangegangenen Beteiligungsprozess hatten die Anwohner*innen starke Bedenken gegenüber einer Nachverdichtung in den grünen Innenhöfen mit zahlreichen alten Bäumen geäußert. Der neu aufgelegte Beteiligungsprozess soll diesen Bedenken aktiv begegnen, offen und transparent alle Interessen und Sachargumente darlegen und den Teilnehmenden auf dieser Grundlage ermöglichen, gemeinsam zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen.

Das Ziel des Beteiligungsprozesses ist die qualitative Ergänzung und Verbesserung des geplanten Neubauvorhabens durch Gestaltungs- und Nutzungsideen der Anwohnerschaft zu unterschiedlichen Themen.

Beim Bauvorhaben an der Kavalierstraße kamen, neben der Stufe Information, auch die Partizipationsstufen Konsultation als auch Mitgestaltung zum Einsatz. Die Stufen wurden den Themen des Verfahrens zugeordnet:

  • Themen der Konsultation: Hinweise zu den Varianten des Baukörpers und zur Fassadengestaltung, Bedarfe für soziale Infrastruktur, Freiräume und Mobilität
  • Themen der Mitgestaltung: Gestaltung des neu entstehenden Freiraums, Auswahl von Nutzungsmöglichkeiten im Freiraum (z.B. Gartennutzung, Spielplatzgeräte, Gestaltung von Begegnungsorten), Nutzung der aktuellen Parkplatzfläche im nördlichen Innenhof (z.B. Seniorencafé, Car- oder Bikesharing, Multifunktionsfläche), Fahrradabstellplätze, Müllstandorte, Mobilitäts-Hub

Für die klare Abgrenzung der Beteiligungsmöglichkeiten werden verschiedene Formate angeboten, damit sich für alle Akteur*innen eine Plattform ergibt.

Wichtige Beteiligte wurden zu Akteursgesprächen besucht, um konkrete Belange, Vorbehalte, Sorgen und Wünsche zu besprechen. Im Bauvorhaben an der Kavalierstraße waren das die angrenzenden Eigentümer*innen sowie die Bürgerinitiative „Grüner Kiez Pankow“. Darüber hinaus wurden offene Sprechstunden angeboten, zu denen alle Interessierten eingeladen waren. Gerade weil im Rahmen des Bauvorhabens einiger Protest laut wurde, war es wichtig nicht nur „die lauten Akteure“ zu Wort kommen zu lassen, sondern auch den leisen Stimmen die Möglichkeit der Konsultation und Einbringung zu ermöglichen.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten nach der öffentlichen Veranstaltung im Februar 2020 alle weiteren Veranstaltungen abgesagt werden. Anstelle von Diskussionsformaten an Tischen wurden zwei detaillierte Anwohner*innenbefragungen mit vorangestellten Informationsbroschüren erarbeitet und durchgeführt. Auf diesem Weg konnten zu den Themen der Mobilität, Müllentsorgung, Freiraumgestaltung und Gestaltung der Optionsfläche Meinungsbilder und Entscheidungen von den Anwohner*innen eingeholt werden, die in der weiteren Planung umgesetzt wurden.

Die Webseite der GESOBAU wurde dazu genutzt, während des laufenden Prozesses größtmögliche Transparenz zu gewährleisten. Dort wurden aktuelle Informationen, Dokumentationen, Gutachten und eine stetig aktuell gehaltene Sammlung von Fragen und Antworten (FAQ) veröffentlicht.

Den gesamten Verlauf sowie die aktuellen Dokumente finden Sie unter: https://www.gesobau.de/bauprojekte/neubau/kavalierstrasse.html