Die L.I.S.T. GmbH ist seit September 2018 mit der Organisation und Steuerung des Gesamtprozesses beim Haus der Statistik beauftragt. Das Gebäude am Alexanderplatz ist seit 10 Jahren einer der prominentesten Leerstände in Berlin. Bereits seit vielen Jahren fordern ehrenamtlich Engagierte, eine Um- und Nachnutzung des Gebäudekomplexes.

Haus-der-Statistik 1Seit Anfang 2018 wird das landeseigene Areal als gemeinwohlorientiertes Modellprojekt entwickelt. Es entstehen Verwaltungsnutzungen, ein neues Rathaus für den Bezirk Mitte und integrierte Formen des Wohnens und Arbeitens sowie Raum für Kunst, Kultur und Soziales. Die L.I.S.T. GmbH ist bei diesem Prozess insbesondere für die Koordination der Kooperationspartner*innen, sowie für die Durchführung und Dokumentation teilöffentlicher und öffentlicher Veranstaltungen zuständig. In der 1. Hälfte 2018 haben sich fünf Kooperationspartner zum weiteren Vorgehen verständigt und dabei u.a. ein integriertes Werkstattverfahren verabredet, mit dessen Beginn die Koop5 im September 2018 in einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit getreten sind. Ziel dieses strukturierten, aber ergebnisoffenen Prozesses ist es, ein gemeinsames städtebauliches Konzept zu erstellen, das Grundlage für das Bebauungsplanverfahren sein wird (Anfang 2019).

Das Verfahren des Haus der Statistik ist ein Prototyp neuer Kooperation. Zum einen durch die außergewöhnliche Konstellation der projektbeteiligten Kooperationspartner, die sogenannten Koop5, und zum anderen durch eine breite Mitwirkung der Stadtgesellschaft. Zur Entwicklung des Gebäudekomplexes haben sich Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), Bezirksamt Mitte, Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenSW), ZusammenKUNFT Berlin eG (ZKB eG) zu-sammengefunden und sich in einer (Kooperations-)Vereinbarung verpflichtet, das gesamte Areal (Bestand und Neubau) in gemeinsamer Verantwortung zu entwickeln.

Diese modellhafte Kooperation zwischen der beteiligten Akteure stellt einen Meilenstein einer kollaborativen Stadt- und Immobilienentwicklung in Berlin dar. Eine inhaltliche Besonderheit ist, dass es von Anfang an keine feste Aufteilung der Flächen auf die einzelnen Partner gibt, sondern dass sich alle fünf Beteiligte dazu bereiterklären, während des gesamten Prozesses gezielt Möglichkeiten für Synergien gemeinsamer Nutzungen zu identifizieren und das vorhandene Potential durch die gemeinsame Entwicklung zu heben. Die vorhandene, ausgeprägte Kooperationsbereitschaft zwischen den Akteuren bietet eine große Chance für die Entwicklung zukunftsweisender Formen der kooperativen und kollaborativen Stadtentwicklung, einschließlich der Erprobung flexibler und gemeinschaftlicher Nutzungen sowie innovativer Organisations- und Trägermodelle.