Im Quartier Osthafen - einem Stadtgebiet zwischen U-Bahnhof Warschauer Straße und S-Bahnhof Ostkreuz – plant die WBM (Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH) die Schaffung neuen Wohnraums durch Neubau und Aufstockung von Gebäuden im Bestand in Verbindung mit einer nachhaltigen Entwicklung des gesamten Quartiers. Mit Unterstützung der L.I.S.T. GmbH werden die Mieter*innen und Anwohner*innen seit Mai 2017 im Rahmen verschiedener Informations- und Beteiligungsformate in die Planung des Bauvorhabens einbezogen.

Die Akzeptanz und Integration dieses BStralauer Allee Karteauvorhabens in die bestehende Nachbarschaft hat für die WBM einen hohen Stellenwert.


Durch zwei Ausstellungen vor Ort, einer Mieter- und Anwohner*innen-Befragung sowie einem Workshop zur Vertiefung der Quartiersthemen haben wir schrittweise erarbeitet, was den Mieter*innen wichtig ist, was ihnen fehlt, aber auch was ihre Bedenken bezüglich einer wachsenden Anwohnerschaft und möglicher Baumaßnahmen sind. Unsere Rolle hierbei war die Entwicklung und Durchführung passgenauer Beteiligungsformate, Dokumentation und Kommunikation der Ergebnisse sowie das Aufspüren möglicher Konfliktthemen. Unser Kernanliegen besteht darin herauszustellen, welche Themen an die WBM als Grundstückseigentümerin adressiert werden können und bei welchen Themen  es gilt, weitere Beteiligte wie den Bezirk, die BSR oder die BVG mit in den Prozess einzubeziehen.

 
In diesem Zusammenhang konnte im Juli und Stralauer Allee VeranstaltungDezember 2017 der Bezirk mit Baustadtrat Florian Schmidt gewonnen werden, um die Bedenken der Bewohner*innen aufzugreifen und die bezirklichen Planungen zur Versorgung des Quartiers mit Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, gewerblicher Nahversorgungsangebote sowie der Versorgung des Quartiers mit ausreichend Grün- und Spielplatz-Flächen auf Informationsveranstaltungen im Kulturraum der Zwingli-Kirche vorzustellen.

Die WBM erarbeitete im Beteiligungsprozess mögliche Bebauungsvarianten auf der Grundlage der Beteiligungsergebnisse und gleicht diese mit bautechnischen Auflagen sowie planungsrechtlichen Anforderungen des Stadtplanungsamtes ab. Sie überprüft diese Varianten hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Umsetzbarkeit und stellt die Ergebnisse dieses Prozesses den Bewohner*innen des Quartiers im April 2018 vor. Die WBM plant, die weitere Baudiagnostik im Anschluss umzusetzen, bauvorbereitende Maßnahmen werden ab Winter 2018 stattfinden. Der Baubeginn des ersten Bauabschnittes wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 erfolgen.

HINTERGRUND:

Berlins Bevölkerung wächst. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen an eine nachhaltige Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik: kurze Wege, sozialverträgliche Mieten sowie eine vitale Stadt mit ausreichend Grün und erreichbaren kulturellen Orten spielen für das alltägliche Wohlbefinden der Berliner*innen eine zunehmend wichtige Rolle. Landeseigene Wohnungsbaugesellschaften nehmen in der Entwicklung neuer Lösungen für diese vielfältigen Herausforderungen eine Schlüsselrolle ein. Um leistbaren Wohnraum für unterschiedliche Bewohner*innen zeitnah zu schaffen und die soziale Mischung in den Berliner Quartieren zu sichern, hat der Senat bereits 2012 mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften das „Bündnis für soziale Wohnungsbaupolitik und bezahlbare Mieten“ beschlossen. Zu den vereinbarten Maßnahmen zählen der Zukauf und Neubau von städtischem Wohnungsbestand, städtebauliche Nachverdichtung, der Erhalt und die Stärkung von bestehenden Nachbarschaften sowie eine Beteiligung der Bestandsmieter an der Neuordnung ihres Quartiers. Hier unterstützt die L.I.S.T. GmbH die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH als eine der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen der Quartiersentwicklung Osthafen.